Der Flugtag in Breitscheid (EDGB - http://www.lsg-breitscheid.de/cms/node/1235) warf schon lange Schatten voraus, als Christof mich anrief und von einer Einladung der LSG Breitscheid zu einem abendlichen Ballonstart mit anschließendem Nightglow berichtete. Inzwischen hatte ich nach über einem Jahr Pause meine Überprüfungsfahrt erfolgreich hinter mich gebracht, so dass einem Start meinerseits nichts im Wege stand, sofern Ballon, Crew, Gäste und Wetter passten. Ein paar Telefonate und Emails hin und her – und für den Abend wurden acht Ballone erwartet – da kam schon fast „Montgolfiade-Feeling“ auf.

(Foto: Hans-Walter Schellenburg)
Einzige Sorge bereitete die geringe Windgeschwindigkeit und die Frage, ob es überm Platz bei einer Stehparty bleiben würde. Aber da der Westerwald eher für seinen Wind bekannt ist, stiegen kurz gegen 19.05 acht Ballone unter zahlreichen Zuschaueraugen von der Hub auf. Die heimischen „Lokalmatadoren“ „Gockel-Optik“ und „Laguna“ stiegen gleich wie gewohnt zielstrebig in obere Schichten auf, während die übrigen tief über die Baumspitzen schlichen. Während die Sportflugzeuge unter uns durchflogen, stieg ich in der Hoffnung auf eine Drift Richtung Haiger den beiden erstgenannten hinterher und fand dank GPS die erhoffte Norddrift, die sich aber als viel zu langsam heraus stellte.
Wie von Christof und NOAA vorausgesagt, zogen die restlichen fünf Heißlüfter mit ca. 5 kt gen Westen, wo sich auch genügend Landewiesen zeigten. Anders bei mir: Bis Haiger würde der Wind nicht tragen, und davor mehr Wald als Wiese. Nach einem genüsslichen Rundumblick der Gäste über den Westerwald ging ich also wieder runter auf ca. 750m MSL (200m GND), hatte aber inzwischen so weit nach Nord versetzt, dass die letzten Minuten der Landeplatzsuche noch einmal spannend wurden. Mit einer Drift zwischen 280° und 310° mussten wir hart nach links halten, um mit „Haaresbreite“ noch vor dem Siegerlandflughafen, aber knapp hinter einer tief überfahrenen Speditionshalle vor dem nächsten großen Wald sicheren Boden zu erreichen. Die Verfolger pünktlich zur Stelle, die Zuschauer danken fürs „Zuschauen dürfen“ (so nett sind die Siegerländer) – und der Vollmond zeigt sich auf der Rückfahrt nochmal in voller Größe am Horizont.

(CompeGPS)
Auch die anderen sind gut gelandet. Dank an den Bauern, der den festgefahrenen „Allrad“ eines weiteren Teams aus dem Schlamm ziehen musste.
Danke auch an unsere unermüdlichen Verfolger, die den zweiten Aufbau zum Nightglow ohne Problem meisterten und so den Flugtaggästen und -veranstaltern einen gelungenen Abschluss des ersten Tages bereiteten - glühend unter den historischen Augen von „Tante JU“ und einem Vollmond, der sich von der Erdkugel zunehmend in den Schatten stellen ließ.
Noch auf ein Bier zum Klönen mit den verbliebenen Ballönern vor der Fliegerhalle, aus der es mächtig in die Nacht rockte - und heim ging’s.

(Dill-Zeitung
vom 18. Aug. 2008)